Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das,
was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
(Hebr 11,1)

Grundlage für die Lehre der armenischen Kirche sind:

das Alte und das Neue Testament,
die Beschlüsse der ersten drei Ökumenischen Konzile
von Nicäa 325, von Konstantinopel 385 und von Ephesus 431
sowie die Beschlüsse der örtlichen Konzile der Armenischen Kirche.

Wir glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Bevor wir darüber sprechen, woran wir glauben, möchten wie auf das Wort GLAUBEN hinweisen… Wir glauben. Der Hl. Apostel Paulus erklärt es wunderbar mit folgenden Worten: „Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht. Unsere Vorfahren lebten diesen Glauben. Deshalb hat Gott sie als Vorbilder für uns hingestellt. Durch unseren Glauben verstehen wir, dass die ganze Welt durch Gottes Wort geschaffen wurde; dass alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist.“ (Hebr. 11, 1-3). Es ist also auch das Vertrauen und die Liebe zum Gott, die höher ist als der menschliche Verstand. An Gott zu Glauben, bedeutet es anzuerkennen, dass man mit seinem geringen Verstand das Absolute Gottes nicht voll verstehen kann… Wir glauben, und dieser Glaube zeigt uns, dass Er, der eine Gott, dreifaltig ist. Ein Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Vater ist der Schöpfer, der Allmächtiger. Er hat sowohl das Sichtbare, als auch das Unsichtbare geschaffen. Es ist der Vater des Sohnes, der vom Vater geboren ist. Und dieser Prozess ist nichts einmaliges, sondern etwas, was außerhalb der Zeit ist. Und der Selbe Vater ist die Quelle, von dem der Heilige Geist ausgeht, und auch dies ist ein außerzeitlicher Prozess. Der Vater also, die Quelle des Lebens und der Liebe: wir glauben an Ihn, an die erste Person der Heiligen Dreifaltigkeit, an den Vater…

Wir glauben an Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn.

Jesus Christus ist der Mensch-Gewordene Logos, der eingeborener Sohn. Er ist der Einzige. Jesus der Christus ist, der Erlöser, der Messias. Die zweite göttliche Person vereint seine vollkommene Menschliche Natur in einer unsagbaren Art und Weise mit unserer Menschlichen Natur. Er ist vollkommen Gott und vollkommen Mensch. Gott kommt in der Geburt Christi höchstpersönlich in die Welt. Es entsteht die engste Beziehung zwischen Schöpfer und Schöpfung. Eine Beziehung, die wieder und wieder die großartige und unbegrenzte Liebe Gottes zu seiner Schöpfung und vor allem zu den Menschen beweist. Zwar hat Gott schon im Alten Testament immer wieder in die Geschichte eingegriffen – doch erst mit der Menschwerdung ist der Höhepunkt seines heilsamen Wirkens erreicht. Die gesamte Bedeutung ist in seinem Namen erhalten: Jesus Christus. Jesus der Retter, der Gesalbte Gottes, der ein Geschenk der Gottes Liebe ist, um unserer Rettungswillen. Wer an Ihn glaubt und Ihn als den Herrn lobpreist, der ist gerettet. Wir glauben an Jesus Christus, Gottes eingeborener Sohn, der unser Herr ist.

empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria

Maria war eine junge und einfache Frau aus Nazareth. Mit einem Schlag sollte ihr Leben aus den Angeln gehoben werden. Als ihr der Erzengel Gabriel verkündet, sie würde den Sohn Gottes gebären, ist nicht mehr so wie früher. Die „Gottesmutter“ gehorcht Gott demütig und voll Vertrauen. Maria wird schwanger, aber nicht von einem Mann, sondern vom Heiligen Geist erfühlt. Wir glauben, dass die Jungfrau Maria ewig Jungfrau war und geblieben ist. Somit nahm Jesus die gesamte Menschliche Natur an, ohne der Sünde. Die Katholische Kirche behauptet, auch die Maria ist ohne Sünde geboren. Diese Behauptung ist aus der Sicht der altorientalischen und orthodoxen Kirchen eine Häresie. Warum? Wäre Sie ohne Sünde geboren, würden wir keinen Jesus Christus brauchen, sie würde uns alle retten. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass wir die Heilige Gottesgebärerin Jungfrau Maria als die reinste von den Menschen verehren und sie in unseren gebeten als Fürsprecherin für uns haben.

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt,
gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel.

Jesus beseitigt den Tod und steht von den Toten auf! 33 Jahre lebte Christus unter uns. Mit seinen Predigten und Auftritten ist der Mann aus Nazareth den Mächtigen Israels ein Dorn im Auge. Jesus wird durch die Führer der Juden des Hochverrats und der Gotteslästerung angeklagt. Der römische Statthalter Pontius Pilatus weigert sich zunächst, Jesus zum Tode zu verurteilen. Doch das Volk, welches Ihn noch vor ein paar Tagen gejubelt hat, wollte sein Tod. Schließlich beugt Pilatus sich dem öffentlichen Druck – Jesus stirbt am Karfreitag den qualvollen Tod am Kreuz. Der entstellte Leichnam wird in ein Grab gelegt. Am dritten Tag ist er aber Auferstanden von den Toten. Diesen Tag feiern wir am Ostern. Jesus erscheint seinen Jüngern und macht ihnen Mut, ihm nachzufolgen. Das ganze geschieht zum Heil des Menschen. Die Prophezeiungen des Alten Testamentes gehen in Erfüllung im Lebenswerk Christi. Der Tod ist besiegt. Christus ist am Leben und schenkt Leben der ganzen Menschheit durch seine Auferstehung!

Er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Nachdem Jesus seine Mission auf Erden vollbracht hat, kehr er also in den Himmel zurück. Er sitzt zur Rechten des Vaters, das heißt, er nimmt an der Herrlichkeit Gottes teil. Doch Christus wird wiederkommen: Dann beginnt das „Weltgericht“. das klingt bedrohlich… Doch ein Wirklichkeit dürfen wir Christen voller Zuversicht auf das Kommen Jesu warten und da wir nicht wissen wann das stattfinden soll, uns immer vorzubereiten. Am Jüngsten Tag wird unsere Erlösung durch Jesu Auferstehung vollendet. erst dann ist die Gerechtigkeit wiederhergestellt. Deshalb beten wir: „Dein Reich komme“. Mit dem Kommen Christi beginnt die neue Zeit…

Wir glauben an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen.

Der Heilige Geist ist pure Liebe. Die dritte Person der Heiligen Dreifaltigkeit ist der Tröster, der von Christus an die Menschheit versprochen wird. Er erneuert die Schöpfung von innen her, er macht alles neu. Wer an die Kraft dieses Geistes glaubt und um sein Kommen bittet, ruft die göttliche Gnadenfülle herbei.

Im Nizeanischen Glaubensbekenntnis, den wir während der Hl. Liturgie in unserer Kirche verwenden, heißt es: Wir glauben an den Hl. Geist, den Ungeschaffenen und den Vollkommenen, der gesprochen hat in den Gesetzen, durch die Propheten und die Evangelien. Der stieg in den Jordan herab, hat gepredigt den Aposteln und wohnte in den Heiligen. Er erfüllt uns und tröstet und gibt Kraft auf dem Weg zu Christus, und durch ihn zum Heiligen Dreifaltigkeit.

Die Katholizität der Kirche, weist nicht auf die Katholische Konfession, sondern auf die Gemeinschaft der Heiligen, der Gläubigen, in der ganzen Welt.